Berichte über die Gemeindebegegnung mit unserem Partnerbezirk Mainz-Wiesbaden im September 2008 in Grünhain-Beierfeld
Nun stand also unser Gegenbesuch im Erzgebirge auf dem Programm, wobei es für manche der erste und bestimmt auch nicht letzte Besuch war. Die Anreise am Freitagnachmittag bei starkem Regen und Heimreiseverkehr war für alle eine starke Nervenprobe. Aber ab dem Vogtland klarten sich Himmel und Straßen auf und die letzten Kilometer konnten wir dann die schöne Landschaft genießen. Erschöpft, aber glücklich kamen so nach und nach alle 27 Teilnehmer aus Mainz-Wiesbaden an. Die Altersspanne bei uns reichte von 7 Monaten bis zu 84 Jahre.
Die Grünhainer erwarteten uns schon sehnsuchtsvoll und hießen uns mit einem leckeren Abendbrot willkommen. Im Rahmen einer Besinnung wurden wir dann in das Thema unseres Wochenendes hineingeführt: „Berufen – Beschenkt – Beauftragt – EmK.“
Unter diesen Stichworten wurde die Berufungsgeschichte des Jeremias auch an den folgenden Tagen betrachtet und diente ebenfalls in den diversen Workshops als Grundlage für die Gottesdienstvorbereitung.
Neben der geistigen Ausrüstung wurde auch viel für die persönlichen Beziehungen getan. So waren wir alle bestens in Privatquartieren untergebracht und durften dort die Gastfreundschaft der Grünhainer/Beierfelder genießen. Auch die Jugend auf dem Matratzenlager in der Kirche in Beierfeld war glücklich und zufrieden, wenngleich deren Nächte erwartungsgemäß natürlich wesentlich kürzer waren. Dankbar bin ich über die Gespräche und den Austausch mit den Geschwistern, die uns einen Einblick in ihren Alltag gewährten.
Samstagnachmittag hieß es für alle Interessierten ‚Helm auf und ab unter Tage’. Im Schaubergwerk ‚Herkules-Frisch-Glück’ bekamen wir einen Eindruck davon, unter welch schwierigen und gefährlichen Umständen die Arbeiter damals ihre Arbeit verrichten mussten. Nach dem Besuch unter Tage ging es dann in die Höhe. Von dem König-Albert-Turm am Spiegelwald hatten wir bei herrlichster Sicht einen grandiosen Rundblick über das Erzgebirge bis nach Leipzig und Chemnitz. Unser bunter Abend mit viel gemeinsamen Lachen, Spaß und auch Besinnlichem schloss diesen herrlichen Tag ab.
Auch der Gottesdienst am Sonntag machte deutlich, dass wir uns alle ‚berufen – beschenkt – beauftragt’ fühlen. Überall, sei es nun im Chor, Anspiel, Predigt, Dekoration und Liturgie oder auch beim Zuhören, waren Grünhainer/Beierfelder und Kostheimer gemeinsam im Auftrag für Gott aktiv. Es war ein Wochenende, dass ich nicht missen möchten. Auf diesem Weg nochmals auch ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber, die uns so herzlich aufgenommen, reich und liebevoll umsorgt haben. Wir freuen uns auf den Gegenbesuch.
Cornelia Dienlin (Kostheim)
„Glück Auf“ bei uns d’rham Cornelia Dienlin hat ja unser gemeinsames Wochenende schon wunderbar kommentiert. Was kann ich da wohl noch ergänzend schreiben? Vielleicht aber fällt mir doch noch was ein, ohne das Geschriebene zu wiederholen.
Als Lutz und ich vor dem Wochenende nochmals zusammentrafen, war unsere Frage und Feststellung, wie konnte man in der Vorbereitung so ein komplexes Thema wählen? Bei der Beratung mit Festlegung des Themas waren wir beide verhindert. Nun gibt es aber tatsächlich in unserer EmK Materialien für Gemeindearbeit das Heft 68/1991 genau mit diesem Titel. O.K., aber wie sollten wir diese theologischen Abhandlungen auf ein gemeinsames Wochenende kleinportionieren? Also waren wir uns schnell einig, dass wir eigentlich die Themen nur anreißen können.
Ich glaube schon, dass dies Lutz gut gelungen ist und Wilfried hat in seinen Andachten die Themenschwerpunkte noch vertieft. So hatten wir eine solide Basis, um den Gottesdienst am Sonntag vorbereiten zu können. Schön, dass wir uns alle beschenkt, berufen und beauftragt wussten. So gab es alle Bestandteile eines lebendigen Gottesdienstes: Jugend- und Gemischter Chor, Anspiel, Gebet, Predigt, Gemeindegesang und eine schön dekorierte und geschmückte Kirche.
Aber nochmals zurück zu den Vorbereitungen. Alle haben wir uns mächtig gefreut und das Aufteilen der verschiedenen Aufgaben ging ohne Probleme. Wir waren froh, dass uns ein ehemaliger Beierfelder Bruder, von Berufs wegen Fleischer, mit sehr gutem Mittagessen versorgte. Die Freude war groß, als dann alle unsere Gäste, „am Saacher war’s dreiviertel Zehne“ (21.45 Uhr) eingetroffen waren. Beim Rückreiseverkehr der Pendler Richtung Osten und dem starken Regen war das für viele schon eine gewaltige Anstrengung.
Zwischenzeitlich hatten wir aber unseren Spaß, sollte unser lieber Bruder Willy nun doch in „dr Hütt schlofn“ (Gartenhaus schlafen) oder gab es da doch noch ein Bett im Wohnhaus beim „Sam un seiner Fraa“?
Es ist einfach gut zu erleben, wie viel Freude und gute Gemeinschaft wir miteinander hatten. Und das in einer Zeit, wo euphorische Umarmungen zwischen Ost und West eher die Ausnahme sind. Das gilt für alle Lebensbereiche, also auch für die Kirchen? Partnerschaft lässt sich nicht verordnen, aber sie kann gelebt werden … und diese Gemeinschaft zwischen Geschwistern, zwischen Gemeinden wird gelebt und nicht nur an diesen Wochenende!
Was bleibt? - Die Freude über eine gesegnete Zeit mit lieben Freunden, lieben Geschwistern - Die Freude über unsere jungen Menschen aus beiden Gemeindebezirken, die sich gefunden haben und die uns hoffen lassen, dass die Partnerschaft Zukunft hat - Die Dankbarkeit gegenüber Gott, der uns das alles schenkt - Der Wunsch und meine Hoffnung, dass mehr Geschwister unserer Gemeinden (ich spreche hier besonders meinen Gemeindebezirk an) diese frohe Gemeinschaft miterleben.
Wir freuen uns schon jetzt auf eine Gegeneinladung in zwei oder drei Jahren, wenn es dann heißt: „Kommt mit Gott, aber kommt!“ (frei nach Markus Weber)
Euer Andreas Friedrich
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