10.02.-14.02.2006
Vom 10. bis zum 14. Februar machten die sieben jungen Leute, die den Kirchlichen Unterricht der Schuljahre 6-8 zur Vorbereitung auf die Einsegnung besuchen, unsere Kirche in Grünhain unsicher. Thematisch sollte es um Sucht und Aberglaube gehen – Dinge, die in der heutigen Zeit eine große Rolle spielen und für das Leben und den Glauben eines Menschen eine große Gefahr bedeuten. Die fünf Mädchen (Rebekka, Deborah, Elisabeth, Stefanie und Theresa) schliefen im Gästezimmer unterm Dach und die beiden Jungs (Christian und Peter) in Peters Kinderzimmer.
Am Freitag-Abend wollten wir eigentlich um 17.30 Uhr beginnen, doch das gerade herrschende Schneechaos verhinderte einen pünktlichen Beginn – einige kamen später, weil sie mit dem Auto stecken geblieben waren, und eine kam erst am Samstag früh. Geplant war ein gemeinsames Essen mit dem Jugendkreis. Madlen und Michael hatten lecker gekocht, aber es war viel zu viel – denn auch der Jugendkreis war stark dezimiert – der viele Schnee hatte eine zahlreiche Teilnahme verhindert. Geplant war dann auch eine gemeinsame Jugendstunde zum Thema Sucht, die Manfred Reinhold, der in der Alkoholikerarbeit tätig ist, halten sollte. Aber er rief kurz vorher an und musste sein Kommen absagen, er war eingeschneit und konnte sein Haus gar nicht verlassen. So mussten wir improvisieren. Aber es war dennoch eine interessante Jugendstunde, in der wir uns über das Thema Sucht unterhielten. Dabei kam nicht nur der Alkohol und Drogen zur Sprache, auch Fernsehen, Computer, Handy usw. – die modernen Suchtmittel also. Nach der Jugendstunde saßen wir noch ein bisschen zusammen, spielten und erzählten. Eine Andacht schloss den Abend ab.
Am Samstag früh begannen wir den Tag mit einer Andacht, aßen dann Frühstück und beschäftigten uns am Vormittag mit unserem ersten Schwerpunktthema: Sucht. Wir sprachen vom schleichenden Beginn einer Sucht, von den Ursachen und über Hilfsmöglichkeiten. Wir versuchten uns deutlich zu machen, dass eine Verteufelung der so genannten Suchtmittel keine Lösung ist, sondern ein verantwortlicher und kritischer Umgang mit ihnen. Und wir machten deutlich, dass es entscheidend ist, dass ein Mensch seine Verankerung in Gott gefunden hat – dann kann er auch nicht so schnell in eine Sucht „abdriften“, weil er einen Halt und ein Fundament hat, durch die er den Problemen seines Lebens standhalten kann. Nach einem leckeren Mittagessen und einer kurzen Rodeltour bereiteten wir den Gottesdienst für Sonntag vor. Die Ideen, die wir hatten, konnten wir ganz gut umsetzen. Und es hat riesig Spaß gemacht! Auch nach dem Abendbrot waren wir noch mit dem Gottesdienst beschäftigt. Und dann spielten wir noch bis zum Umfallen Kicker und Bohnanza! Auch dieser Tag wurde abgeschlossen durch eine gemeinsame Andacht.
Am Sonntag früh, nach Andacht und Frühstück, mussten wir noch ein bissel aufräumen, weil ja Kindergottesdienst und Kirchenkaffee im Gemeindesaal angesetzt war. Aber ordentlich, wie wir waren, war das auch kein Problem. Der Gottesdienst hat uns sehr viel Spaß gemacht. Das Thema hieß: „Auf diesen Stein können sie bauen!“ – gemeint war damit natürlich unser Herr Jesus. Wir hatten die Lesungen und Lieder herausgesucht. Wir hatten auch ein Anspiel vorbereitet. Das Gleichnis Jesu von den beiden Häuslebauern, wo der eine sein Haus auf Sand und der andere sein Haus auf Fels baute, stellten wir anschaulich (optisch und akustisch) dar. Willi Werkel (Elisabeth) werkelte einfach drauf los, ohne nachzudenken, und erlebte ein Desaster mit seinem Haus. Hannes Hansen (Peter) dagegen hatte sein Haus gut gegründet, so dass es den Stürmen standhalten konnte. So ist es auch mit unserem Leben! Es kommt darauf an, dass wir unser Lebenshaus gut gegründet haben in Jesus Christus. Gottes Wort sollten wir nicht nur hören, sondern auch umsetzen in unserem Leben, es zur Grundlage unseres Lebens machen. Dann hält auch unser Lebenshaus die Stürme des Lebens aus. Nach dem Gottesdienst gab es Kirchenkaffee – es ist immer wieder schön, mit der Gemeinde zusammen zu sitzen und miteinander Kontakt zu haben. Nach einem guten Mittagessen schaufelten wir die Autos von Martina und Lutz aus dem Schnee und machten uns auf nach Aue ins Kino. Dort sahen wir „Die Chroniken von Narnia“ – ein interessanter Film, dessen biblische Dimension uns erst nach und nach klar wurde. Sehr eindrücklich dargestellt ist das Sühneopfer Jesu für uns – durch diesen Film wurde uns das wieder neu bewusst. Den Abend verbrachten wir wieder mit gemeinsamem Spiel und viel Lachen – Theresa (Resi) allen voran. Wusstet Ihr eigentlich, dass es in Schwarzenberg eine „Fußgängerüberampel“ gibt? Wenn nicht, dann fragt mal Rebekka, die kann es Euch erklären. Stefanie könnt Ihr fragen, was ein „Lachankrampf“ ist – und wenn Ihr sie fragt, wird sie vielleicht gleich einen kriegen? Wer weiß … Natürlich wurde auch viel gekickert und gebillardet. Man glaubt gar nicht, wie engagiert Mädchen beim Kicker-Spielen sein können. Fragt mal Resi, die bestimmt Kickerweltmeisterin wäre, wenn sie da mitmachen würde … Da hattens die Jungs richtig schwer mit ihr. Auch heute schlossen wir mit einer Andacht ab.
Am Montag, nach Andacht und Frühstück und einem Gespräch über den gestrigen Kinofilm, war Themenschwerpunkt 2 dran: Aberglaube und Co. Wir nahmen uns aktuelle Zeitungsmeldungen vor und staunten nicht schlecht, wie verbreitet das doch in unserer Gesellschaft ist. Hier kamen Parallelen zum gestrigen Film auf: Der/das Böse erscheint anfangs oft sehr verlockend und zeigt meist erst später sein wahres Gesicht – wie die böse Königin in Narnia. Auch hier kamen wir an den Punkt, wo wir merkten: wenn ein Mensch fest gegründet ist in Gott, dann braucht er alle diese Dinge nicht, weil er ein erfülltes Leben hat. Wie gut ist es doch, sein Leben mit Gott führen zu können. Nach dem Mittagessen machten wir einen Winterspaziergang und dann wartete schon ein leckeres Kaffeetrinken auf uns. Danach fuhren wir nach Schwarzenberg zum Bowling-Spielen. Peter war der Ober-Bowler – nach anfänglichen Startschwierigkeiten überflügelte er alle, sogar seinen Vater hat er um 3 Punkte geschlagen! Unser Bohrli (=Deborah) muss allerdings noch bissel üben – meist traf sie nichts, aber wenn die Kugel hinten ankam, dann räumte sie alles ab … Bei Christian waren wir uns auch nicht sicher, ob die Kugel jemals hinten ankommen würde, aber erstaunlicherweise hat er trotzdem ganz schön abgeräumt. Nach dem Abendbrot war schon unser Abschlussabend. Es drehte sich alles um Zeitungen. Ihr glaubt, dass man mit Zeitungen keinen Abschlussabend gestalten kann? Denkste … Zuerst musste jeder von uns auf einen Stuhl und mit nackten Füßen eine Zeitungsseite innerhalb einer Minute in möglichst viele Schnipsel reißen. Dann das ganze noch einmal mit verbundenen Augen. Dann gab es noch eine Zeitungswette (die Resi verloren hat gegen Lutz) und den Zeitungstanz. Es gab einen Zeitungsfluggerätewettbewerb und natürlich Nascherei und viel zu lachen. Der Abend war schneller vorbei, als uns lieb war. Die Andacht schloss wieder den Tag ab.
Am Dienstag früh war zunächst Packen angesagt. Nach Andacht und Frühstück hatten wir noch einen Abschlussgottesdienst, in dem wir noch einmal über das sprachen, was Jesus für uns getan hat und dann miteinander das Abendmahl feierten und dabei die Gegenwart Jesu so richtig spüren konnten. Nach dem Gottesdienst packten wir die Autos ein und machten uns auf nach Hause.
Schade, dass die gemeinsame Zeit so schnell vorbei war. Hätte ruhig etwas länger gehen können. Vielen Dank noch einmal an alle, die uns diese schönen Tage ermöglicht haben. Danke an alle, die vorbereitet, mitgeholfen, sauber gemacht, gekocht, gespendet und für uns gebetet haben. Es ist schön, zu merken, in einer Gemeinde zu leben, der die Arbeit mit Kindern wichtig ist. Vielen Dank auch an Gott, der uns behütet hat in diesen Tagen und uns seinen Segen geschenkt hat.
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