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Seniorenfreizeit


Bilder Seniorenfreizeit Bilder von der Seniorenfreizeit in Scheibenberg


Bilder Seniorenausfahrt Bilder von der Ausfahrt der Senioren nach Dresden während ihrer Freizeit




Seniorenfreizeit in Scheibenberg Juni 2006

Am Montag, dem 12.6., war es endlich wieder so weit. Unser Seniorenkreis und ein paar „eingeflogene“ Gast-Senioren machten sich auf nach Scheibenberg, um dort fünf Tage gemeinsam zu verbringen. Die Vorfreude war groß und auch die Aufregung bei der Anreise. Viele waren ganz hibbelig. Wir begannen wie immer mit dem Mittagessen und fühlten uns gleich heimisch in unserem Haus. Die „Chefin“ hieß uns – 27 Leute an der Zahl – herzlich willkommen. Das Wetter machte schon am Montag Anstalten, dass es wohl recht gut werden würde. Nach dem Mittagessen war erst einmal „Plusplündern“ angesagt, als ob es nicht genügend zu essen gäbe. Am Nachmittag führte uns unser Pastor ein ins Thema – wir beschäftigten uns mit dem ersten Teil des Jesajabuches (Kap. 1-39). Was ist eigentlich ein Prophet, in welcher Zeit spielte sich die Beauftragung des Jesaja ab, was waren die politischen Hintergründe und Gegebenheiten usw. Auch einen ersten Blick in den biblischen Text warfen wir – das Weinberglied in Jesaja 5 interessierte uns. Wir staunten, wie aktuell doch biblische Texte sein können, obwohl sie schon tausende Jahre alt sind, und merkten gar nicht, wie schnell die Zeit verging. Eine kleine Katastrophe schien sich zunächst anzubahnen, als Christas Brille plötzlich verschwunden war. Ohne sie, so meinte sie, könne sie gleich nach Hause fahren. Trotz noch so intensiver Suche zwischen Nesseln und Gras – wir fanden sie zunächst nicht. Bis dann Anita vergnügt angeschlendert kam und Christas Brille in Händen hielt. Die Katastrophe blieb also aus und die Erleichterung und das Gelächter waren groß. Nach dem Abendbrot wurden wir nach Nordirland entführt. Unser Pastor erzählte anhand von Bildern, diversen Büchern und Karten und einem Gesangbuchlied, das wir lernten (392 – „Was ich erträumte, hast Du schon getan“) über die Reise der Pastoren nach Nordirland im April. Wir ließen uns mitnehmen und bekamen einen kleinen Eindruck von dem, wie die Menschen dort leben und glauben und wie sie sich für Schwache und Notleidende engagieren. Das beeindruckte uns sehr. Am Schluss gab es noch eine Überraschung – wir durften einen kleinen Schluck des irischen Nationalgetränkes kosten, was nur wenige ablehnten. Die Abendandacht hielt uns Hanna.

Am Dienstag mussten wir früh aufstehen, dann nach Andacht und Frühstück ging es mit dem Bus zum Tagesausflug nach Dresden. Die Sonne versprach uns, dass es ein schöner Tag werden würde. Auf 40 Leute war unsere bunte Truppe angewachsen, weil noch einige aus unseren Gemeinden mitfuhren. Unsere erste Station war die Synagoge in Dresden. Ein faszinierendes Erlebnis, in dieses architektonisch interessante Gebäude einzutreten und die für uns fremden Eindrücke aufzunehmen. Faszinierend und schlicht zugleich die Ausstattung des Raumes. Sehr intensiv und wortreich erklärte uns eine Frau aus der dortigen Gemeinde alle unsere Fragen. Wir merkten doch, dass Juden und Christen zum Teil sehr verschiedene Standpunkte haben und jüdische Gemeinde ganz anders geprägt ist als zB eine methodistische. Ein Eindruck blieb bei den meisten von uns haften: wie gut haben wir es doch, die wir an Jesus glauben, der uns unsere Schuld vergibt. Aber, eine Mahnung war auch dabei: nehmen wir unseren Glauben eigentlich so ernst, wie die Juden den ihren? Betroffen machte uns die Schilderung der Geschehnisse in der Reichspogromnacht. Ob wir Deutsche genug aus der Geschichte gelernt haben, dass so etwas nicht noch einmal geschehen kann? Das Mittagessen sollte es im Schauspielhaus geben. Wir mussten allerdings bis dahin laufen, weil der Bus dort nicht ranfahren konnte. Das war für einige von uns fast zuviel. Ella schaffte es gerade noch so mit Unterstützung von zwei Helfern das Restaurant zu erreichen. Auch Esther, Christa und Käthe R. hatten ihre liebe Not, das Ziel zu erreichen. Wir hatten schon einige Sorge um unsere Sorgenkinder. Nach dem Essen machten wir uns auf zum Besucherzentrum der Frauenkirche, um dort zunächst einen Film über dieselbe zu sehen. Unsere vier Lahmen setzte Lutz in ein Taxi, das sie dorthin bringen und ihnen das Laufen in der Hitze ersparen sollte. Wer jedoch nicht am Besucherzentrum ankam, war eben diese Taxibesatzung. Nach vielen Telefonaten und einiger Suche fanden wir sie am anderen Ende der Frauenkirche. Dort hatte sie der Taxifahrer, der offensichtlich das Besucherzentrum gar nicht kannte, einfach abgesetzt. Nun ja, kein Kommentar … Der Film, den wir dort sahen, war hochinteressant. Noch interessanter aber war es, die Frauenkirche selbst zu betreten. Ein Erlebnis, das einem schon nahe geht. Es ist schon ein modernes Wunder, dass die Kirche wieder in altem Glanz erstrahlen kann. Das Nebeneinander von Neuem und Altem ist gut gelungen, so dass die Kirche ihre Versöhnungsbotschaft auch ohne Worte ausstrahlt. Einige von uns erklommen sogar die Kuppel und warfen von oben einen Blick auf Dresden. In froher Stimmung traten wir gegen Abend die Heimfahrt an und beeindruckten den Busfahrer mit unseren Liedern und unserem Lachen.

Der Abend wurde aber nicht mehr lang – die meisten verschwanden gleich ziemlich erschöpft in ihren Betten, nachdem das Abendbrot eingenommen und die Andacht von Hannelore und Klaus-Dieter vorüber war.

Am Mittwoch hatten Liane und Irmtraud die Morgenandacht. Nach dem leckeren Frühstück war wieder thematische Arbeit angesagt. Es ging um die Berufung des Propheten Jesaja und seine Botschaft – Jesaja 6. Die interessanteste Frage war wohl, ob eine Botschaft, die Verstockung zur Folge hat, überhaupt einen Sinn hat. Allerdings – hätten wir Jesus als Herrn, wenn Israel nicht verstockt gewesen wäre? Gott geht manchmal eigenartige Wege in seinem Heilsplan. Zumindest sind seine Wege nicht immer logisch und für uns klar verständlich. Nach Mittagessen, Mittagsruhe und Kaffeetrinken erlebten wir einen im wahrsten Sinne des Wortes „zauberhaften“ Nachmittag. Joachim Pannek, neues Mitglied unserer Gemeinde in Beierfeld und zum Club christlicher Zauberer in Deutschland gehörig, ließ uns zwei sehr interessante Stunden erleben. Er verblüffte uns einige Male mit seinen Zaubertricks, zwischen denen er immer wieder Zeugnis von seinem Glauben ablegte und Geschichten von Glaubenserlebnissen anderer Menschen erzählte. Nach dem Abendbrot und der Andacht von Christine startete ein Minigolfturnier, dass aber vorzeitig abgebrochen werden musste, wegen … na klar, wegen der Fußball-WM. Heute spielte doch Deutschland gegen Polen. Lutz lud ein zum Fußball gucken. Jede(r) musste sich etwas einfallen lassen, um zu zeigen, für welche Mannschaft er/sie war. Es gab übrigens nur Deutschlandfans – das sah man an mitgebrachten Fahnen, an schwarz/rot/gelber Kleidung usw.. Lutz bemalte zudem noch jede Wange der Gäste schwarz/rot/gold und nahm ihre Tipps entgegen. Dann begann das Spiel. Aber nicht nur das Spiel war interessant! Ebenso interessant war es, zu sehen, dass es besonders unter den Seniorinnen doch einige richtige Fans gab: Margot, Ella, Christa … Ursel brachte uns immer wieder mal zum Lachen, weil sie noch nie in ihrem Leben Fußball geguckt hatte und nun lustige Fragen stellte. Christa, so stellte sich heraus, war die absolute Auskennerin. Sie wusste nicht nur die Namen vieler Spieler, sondern auch noch deren Vereine … boah ey. Außerdem war ihr Tip (1:0 für Deutschland) richtig! Auch Ruth hatte so getippt. Alle anderen hatten sich da doch getäuscht und lagen falsch. Ja, war mal ein ganz anderer Abend, aber auch schön!

Der Donnerstag begann wieder mit einer Andacht von Ruth und Samuel und dem gemeinsamen Frühstück. Der Vormittag war ausgefüllt mit der Arbeit am Thema – Jesaja 1,10-20 stand im Mittelpunkt – die Kritik des Propheten an der äußerlichen Erfüllung der frommen Riten Israels, aber das Verhalten im normalen Leben sprach eine ganz andere Sprache. Und dann die Frage: wie kann die blutrote Sünde wieder schneeweiß werden? Wenn das keine aktuellen Fragen sind … Nach dem Mittagessen war Wanderung angesagt. Lutz war heut Nachmittag nicht da, weil der Planitzer Frauendienst ihn in Grünhain besuchen kommen wollte. Aber unter der Führung von Manfred wanderte die Gruppe zu Wiesners Teichwirtschaft – eine schöne Wanderung und eine schöne Lokalität mit köstlichem Kuchen im Angebot. Die Fußlahmen wurden von Edgar Sch. und Diethelm Sch. (zwei Gastsenioren) gefahren. Nach dem Abendbrot begann dann unser Abschlussabend, an dem wir viel lachten und schwitzten. Viele Sketche erfreuten uns – der Höhepunkt war wohl einer, der sich einbildete, er könne Eier legen (und das noch in Samuels Hut). Frau Hawlitschek und Frau Novotka konnten wir belauschen, wie sie sich über ihre Krankheiten austauschten, ein sprachbehinderter Verehrer hielt um die Hand eines Mädchens an, ein zerstreuter Professor ließ sich über Sonja aus, mehrere Bewegungslieder ließen uns ins Schwitzen kommen usw. Schnell war der Abend vorbei und Ursula und Manfred ließen uns mit ihrer Andacht zur Ruhe kommen.

Am Freitag früh waren Margrit und Friedhold dran mit Andachthalten. Nach dem Frühstück mussten wir erst einmal die Zimmer räumen. Dann feierten wir miteinander unseren Abschlussgottesdienst mit Abendmahl. Wir spürten, dass Gott in unserer Mitte war und uns reich beschenkt hat. Lutz griff in seinen Worten noch einmal Worte von Jesaja auf und machte uns Mut für die vor uns liegende Zeit. Gott wird mit uns sein. Nach dem Mittagessen war diese schöne Zeit schon wieder vorbei. Leider. Wir wären gern noch geblieben. Aber irgendwie ist es auch wieder schön, nach Hause zu kommen, auch wenn da nicht so viele Leute um einen herum sind … Es war für uns die neunte Rüstzeit dieser Art. Nächstes Jahr gibt es da ein Jubiläum! Willst Du auch mal dabeisein? Dann melde Dich bei Lutz einfach an!

Wir danken Gott, dass er uns diese schönen Tage hat erleben lassen und uns gestärkt hat an Leib, Seele und Geist. Halleluja!

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