Freizeit für Einzusegnende 2008 | Bilder Gemeindefest 2007  

Seniorenfreizeit 2008

Seniorenfreizeit in Scheibenberg 2008

Bericht über die Freizeit für Senioren vom 7.-11. April 2008 in Scheibenberg

Am Montag, dem 7.4., war es endlich wieder so weit: die lang ersehnte Seniorenfreizeit in Scheibenberg konnte beginnen. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir uns – wir, das waren 29 mehr oder weniger frische Senioren von unserem Gemeindebezirk und auch einige „eingeflogene“. Nachdem alle ihr Zimmer gefunden und in Beschlag genommen hatten, sowie die Sitzordnung am Tisch klar war (was nicht immer ganz einfach ist) schmeckte uns das Essen richtig gut. Nach einer Verschnaufpause und dem Kaffeetrinken trafen wir uns das erste Mal zur Eröffnung und Einführung ins Thema. Was fanden wir vor? Einen süßen Gruß des Frauen-Begegnungs-Wochenendes, die bis gestern hier waren (dabei waren auch einige aus Beierfeld) – danke! Das Thema, das uns diese Woche begleiten sollte, hieß: „(Fast) alles ist eitel“, und hatte die Beschäftigung mit dem Buch Kohelet (Prediger) zum Inhalt. Manche stöhnten oder rollten mit den Augen, denn sie wussten: Dieses Buch klingt doch immer so negativ! Was soll das bloß werden? Lutz führte uns in das Buch ein und erklärte uns einiges zur Entstehung und Zeitgeschichte des Buches. Dann gab es noch einige Aktionen zu erklären, z.B. die Aktion „Geheimer Freund“. Jeder zog einen Namen und hatte nun die ganze Rüstzeit lang die Aufgabe, dieser Schwester oder diesem Bruder an jedem Tag etwas Gutes zu tun, aber so geheim, dass er es nicht merkt, wer sein geheimer Freund ist. Spannende Sache, und nicht jeder hats gleich begriffen. Außerdem haben wir ein Rüstzeittagebuch angefangen, in das wir täglich einschreiben konnten, was gewesen ist und welche Erlebnisse, Erkenntnisse, Empfindungen usw. wir dabei hatten. Auch das hat nicht gleich jeder verstanden. Oft hörte man Sätze wie: „Ich hab doch vorgestern schon mal reingeschrieben!“ oder „Morgen schreib ich auch mal was!“ (bis heute ist das leider nicht passiert …). Jaja, wenn es mal was Neues gibt, da ist man (und frau) erst mal so richtig skeptisch! Nach dem Abendbrot hatten wir eine erste Bibelarbeit mit Maria – zu Prediger 1,1-11. War eine spannende Bibelarbeit, denn zunächst gab es ganz schön kontroverse Meinungen dazu, ob das da Geschilderte eher positiv oder eher negativ zu werten ist. Bis wir, als wir die Bedeutung des Wortes „eitel“ verstanden hatten – nämlich „vergänglich“ oder „Windhauch“, schließlich hinter das Anliegen des Predigers kamen: Er stellt alles, woran Menschen sich halten (z.B. Natur, Weisheit, Arbeit, Geld, Familie usw.) in Frage, um zu erreichen, dass wir über den Grund unseres Lebens nachdenken. „Was bleibt?“ – das ist wohl die entscheidende Frage, die der Prediger selbst nur spärlich beantwortet, die uns im Neuen Testament aber in Fülle beantwortet wird. Also doch nicht so pessimistisch, wie wir anfangs glaubten. Nach einer Abendandacht sind wir dann auch zu Bett.

Der Dienstag begann natürlich mit Morgenandacht und Frühstück. Daran schloss sich gleich die nächste Bibelarbeit an: Lutz sprach mit uns über Prediger 3,1-15(22) – Alles hat seine Zeit. Auch hier holte uns die Frage wieder ein: ist es gut oder schlecht, dass alles seine Zeit hat? Schließlich erkannten wir, dass der Prediger einerseits deutlich macht, dass nicht nur das Positive zum Leben gehört, andererseits macht er deutlich, dass das Leben endlich und vergänglich ist und es eben wichtig ist, dass es einen Grund, ein Fundament hat, das bleibt, denn alles irdische vergeht! Und auf noch etwas Wichtiges sind wir gestoßen: es ist wichtig, dass wir uns an den schönen Seiten des Lebens freuen. Wir sind keine Menschen, die Trübsal blasen müssen, sondern wir dürfen uns freuen, wenn es uns gut geht, aber dabei wissen, dass das Leben eben mehr als das ist! Also: Augen auf für alles Schöne, das Gott schenkt, auch im Alter! Und das heißt: trauert nicht den alten Zeiten nach, sondern erkennt das Positive in dieser Zeit, freut euch dran und seid dankbar! Nach dem Mittagessen und Kaffeetrinken war etwas ganz Besonderes angesetzt: Wir wurden aufgefordert, zu einigen Predigertexten Kunstwerke anzufertigen. Dazu stand alles Mögliche zur Verfügung: Farben, Papier, Schere, Leim, Zeitungen usw. Das war gar nicht so einfach! Wir wurden in kleine Gruppen eingeteilt und mussten uns zunächst mit einem Prediger-Vers auseinander setzen und dann noch eine Idee haben, wie wir das künstlerisch darstellen wollen. Hm, das fiel einigen ganz schön schwer und sie hielten sich ganz krampfhaft an dem Wortlaut des Verses fest und kamen auf keine gescheite Idee. Andere wieder hatten ihren Vers verstanden und lösten sich vom Wortlaut und konnten so tolle Kunstwerke anfertigen. Am Ende hatte jede Gruppe etwas zustande gebracht, allerdings war nicht jede zufrieden mit sich selbst. Doch die meisten fanden es zumindest interessant, einmal so an einem biblischen Text zu arbeiten. Nach dem Abendbrot schauten wir Bilder von zurückliegenden Freizeiten an – wobei da manche auch schon einnickten …

Am Mittwoch ging es früh los. Tagesausflug stand auf dem Programm. Pünktlich um Acht holte uns Gerd mit seinem TJS-Reisebus ab und los gings in Richtung Waldenburg. Unterwegs stiegen dann auch noch ein paar Mitfahrer aus Beierfeld und aus Grünhain zu. Gespannt kamen wir in Waldenburg an – das Wetter war so lala, aber das störte uns nicht weiter. Unsere erste Station war eine Töpferwerkstatt. Wir durften den Töpferinnen und Malerinnen über die Schultern schauen und staunten, wie schnell aus einem Klumpen Ton ein ansehnliches Gefäß werden kann. Da fiel uns doch gleich die Bibelstelle ein, in der wir Menschen mit dem Ton und Gott mit dem Töpfer verglichen werden. Nachdem wir dann auch den Laden geplündert hatten ging es weiter zum Mittagessen in den Ratskeller. So was leckeres hatten wir selten gegessen: riesige Portionen und sehr wohlschmeckend! Sogar die, denen Lutz versehentlich was Falsches bestellt hatte, waren zufrieden! Puh! Eine junge Frau, die als Bedienung arbeitete, stellte sich als angehende Pfarrerin heraus. Mit ihr hatten einige ein interessantes Gespräch. Die Küche kam durch uns auch etwas in Rage: sie hatten nicht gedacht, dass wir so viel Zeit haben und demnach entsprechende Mengen an Eis verdrückten … Aber alles ging gut aus. Gerd holte den Bus (weil es regnete) und brachte uns die paar Meter zum Schloss. SUPER! Muss man einfach gesehen haben. Lutz war von der Bibliothek ganz begeistert! Bei seiner Liebe zu alten Büchern kein Wunder. Aber auch der Spiegelsaal war Klasse. Und der Führer war echt Spitze: fachlich gut drauf und leicht verständlich. Der Höhepunkt aber war, als wir in der Schlosskapelle unser Senioren-Chorlied „Alles Leben strömt aus Dir“ sangen. Da blieben den Angestellten im Schloss, unserem Busfahrer Gerd und uns selber die Münder offen über den tollen Klang in dieser Kapelle. Auf der Rückfahrt waren wir noch in Lenkersdorf Kaffeetrinken. Unterwegs strapazierten wir die Saiten der Gitarre und unsere Stimmbänder, denn es wurde gesungen, was das Zeug hielt. Nach dem Abendbrot in Scheibenberg hatten wir kein offizielles Programm mehr, denn viele waren ganz schön kaputt. Bis auf ein paar Fußballfans (Käthe R., Manfred, Samuel und Lutz) waren alle ziemlich schnell im Bett verschwunden.

Am Donnerstag gab es nach Andacht und Frühstück wieder eine Bibelarbeit: Prediger 12,1-8.13-14. Fast schon ironisch stellt der Prediger hier das Älterwerden und das Sterben dar mit eindrücklichen Bildern. Und damit stellt er die Frage: Wie war Dein Leben bisher? Was bleibt von Deinem Leben übrig? Hast Du den richtigen Grund in Deinem Leben gefunden? Den Grund des Lebens deutet er in den letzten Versen an: Gottesfurcht! Das führte uns dazu, ganz persönlich über den Grund unseres Lebens zu sprechen. Unweigerlich kamen wir dabei zum Neuen Testament und dem, was Jesus für uns tat. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf nach Schlettau: Ziel war es, wieder einmal haufenweise leckeres Eis zu vertilgen und das dortige Schloss anzusehen. Das Wetter war nicht sehr einladend, aber das störte kaum jemand. Am Abend dann war schon unser Abschlussabend, auf den sich einige wieder besonders vorbereitet haben. Es gab einige Sketche zu sehen, wir sangen lustige (Bewegungs)Lieder, bekamen einige modische Accessoires zu sehen (Hüte und Schirme), lauschten einem zerstreuten Professor, der die Herkunft und Bedeutung des Namens „Maria Dörffel“ erklärte, pflegten den Holzmichel gesund und vieles mehr. Kurz: es war wieder mal sehr lustig. Wenn Ihr mehr wissen wollt, dann kommt doch das nächste Mal mit! Wir waren am Abend jedenfalls richtig geschafft vom vielen Lachen.

Am Freitag Vormittag war zunächst Packen angesagt. Bis 10.00 Uhr sollten die Zimmer geräumt sein. Danach feierten wir unseren Abschlussgottesdienst, in dem u.a. das Quiz zum Buch des Prediger aus unseren Heftern aufgelöst wurde (Unsere Hanna hat gewonnen! Herzlichen Glückwunsch von allen!). Außerdem wurde die Aktion „Der geheime Freund“ aufgelöst. Manche hatten im Laufe der Woche doch heraus gefunden oder zumindest eine Vermutung, wer ihr geheimer Freund war, andere wieder nicht. Viele Tränen der Rührung kullerten über so manche Wange, als klar wurde, wer hinter dem einen oder anderen lieben Wort oder Geschenk steckte. Der Gottesdienst stärkte uns noch einmal und wir wurden mit dem Segen Gottes entlassen. Danke für alle, die mitgeholfen haben, dass wir diesen Gottesdienst feiern konnten! Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einem Gruppenfoto strömten wir wieder in Richtung Heimat – mit einem lachenden und einem weinenden Auge: denn einerseits freuten wir uns ja auf zu Hause, andererseits aber vermissen wir auch die Gemeinschaft dort in Scheibenberg.

Ja, was bleibt am Ende noch zu sagen? Schaut einfach mal in unser Tagebuch, Ihr könnt es Euch beim Gemeindepastor ausleihen! Da werdet Ihr viele lustige Storys lesen, aber auch viele nachdenkliche Sätze. Ihr werdet davon lesen, wie „fetzig“ wir gesungen haben: mit Gitarre und verschiedenen Percussionsinstrumenten, die von Maria, Lutz und einigen Senioren „bedient“ wurden. Andere, die gerade in Scheibenberg zu Gast waren, waren schlicht beeindruckt von unserem „Sound“! Und Ihr werdet von dem lesen, was uns diese Tage bedeutet haben.

Wir danken Gott, unserem Herrn, für diese schönen Tage der Gemeinschaft und freuen uns schon aufs nächste Mal. Wollt Ihr wissen wann? Hier ist schon mal der neue Termin (merkt ihn Euch vor, damit Ihr ihn nicht vergesst!!!): 22. bis 26. Juni 2009.


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