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Geistliches Wort

Das Geistliche Wort 16.12.2006

Das Geistliche Wort (16.12.2006)

De schennste Zeit im Gahr

Für die meisten Menschen im Erzgebirge ist die Adventszeit „de schennste Zeit im Gahr“. Lichter leuchten in den Fenstern, weihnachtliche Düfte kitzeln unsere Nasen, festliche Musik ertönt, leckere Pfefferkuchen und Stollen verwöhnen unsere Gaumen – einfach „schie“. Doch stimmt das wirklich? Ist die Adventszeit tatsächlich die schönste Zeit im Jahr? Äußerlich gesehen schon, wenn auch in diesem Jahr ein bisschen der Schnee fehlt und die Temperaturen zu hoch sind. Aber ist das, was uns die Adventszeit eigentlich zeigen will, wirklich so etwas Schönes? Da geht es doch, auch wenn uns das nicht gerade liegt, ums Warten, ums Erwarten. Worauf warten wir aber, was wird erwartet? Die Ankunft (Advent heißt ja Ankunft). Die Ankunft des Retters und Erlösers dieser Welt wird erwartet. Das hat zwei Dimensionen: Einerseits ist die Adventszeit eine Erinnerung an die Zeit des Wartens auf die Geburt Jesu. (Heute warten wir auf das Fest seiner Geburt und verwechseln das oft mit dem Warten auf Geschenke und Gänsebraten.) Andererseits ist die Adventszeit eine Zeit, die uns daran erinnert, dass wir Menschen, ja die ganze Schöpfung, auf ihre Erlösung wartet, also auf das Wiederkommen Jesu Christi. Wir werden erinnert an unsere Erlösungsbedürftigkeit. Es wird uns bewusst, dass wir gefangen sind in der Endlichkeit und Verwerflichkeit dieser Welt. Es wird uns bewusst, dass wir uns sehnen nach Vergebung unserer Schuld, nach Erlösung aus den Umständen unseres Lebens, nach Überwindung von Hass und Streit. Wenn Christus wiederkommt, so sagt es die Bibel, wird das alles überwunden sein. Bis dahin aber heißt es für uns Christen: lebt in freudiger Erwartung, bereitet Euch auf die Ankunft Christi vor, lebt die Liebe zu Euren Mitmenschen und lasst Christus den Mittelpunkt Eures Lebens sein! Paulus sagt: „Freut Euch immerzu, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid, und noch einmal sage ich: Freut euch! Der Herr kommt bald!“

Pastor Lutz Brückner, Evangelisch-methodistische Kirche Grünhain


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