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Monatsspruch Juni 2006

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Galater 5,1)

Paulus schreibt einen leidenschaftlichen Brief an die Gemeinden in Galatien. In ihm geht es u. a. um die Freiheit. Es geht um die Frage, ob die Christen verpflichtet sind, alle alttestamentlichen Gebote, Reinheitsgebote und die Beschneidung als gottgegebenes Zeichen der Zugehörigkeit zum Volk Gottes einhalten zu müssen. Paulus verneint das. Er hat dazu folgende Meinung: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der in der Liebe tätig ist.“ (Gal 5,6) „Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein sehet zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem anderen. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem (3.Mo 19,18): ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.’“ (Gal 5,13-15)
Das sind klare Aussagen. Nicht durch die Einhaltung von „Äußerlichkeiten“, wie fromme Rituale oder die Beschneidung, sind wir richtige Christen, sondern durch die Liebe. Und Grundlage dieser gelebten Liebe ist der Glaube.

In der Guten Nachricht steht: „Christus hat uns befreit und nun sind wir frei“ Durch Jesu Tod am Kreuz wurde die Macht der Sünde und der Tod besiegt. Unsere Schuld wurde von uns genommen. Von allein, ohne unser Zutun. Wir sind jetzt frei und können selbst entscheiden, wie wir unser Leben gestalten wollen, und haben die einmalige Chance, von Null anzufangen. Alle alte Last wurde weggeräumt. Wir sind frei, weil Christus uns befreit hat.

Das darf aber für uns kein Freibrief sein. Freiheit bedeutet nicht, das jeder tun und lassen kann, was er will. In den Demonstrationen im Herbst 1989 ging es auch um die Freiheit. Jeder sehnte sich nach Reisefreiheit, Meinungsfreiheit usw. Nun haben wir sie, aber geht es uns wirklich besser?? Sind wir dadurch recht frei?? Nein, denn es gibt sie, die neuen Knechtschaften, vor denen auch Paulus warnt. Karriere, Geld, Egoismus sind jetzt an der Tagesordnung. Und was sind die Resultate? Einsamkeit, Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen.

Doch gerade in solchen beklemmenden Situationen erfahren Menschen, die sich auf ein Gespräch mit Gott einlassen, dass ER sie nicht allein lässt, sondern ihnen immer wieder die Freiheit schenken möchte. Durch Jesu Tod am Kreuz wurde uns diese Freiheit gegeben. Durch ein festes Vertrauen auf diese Tatsache sind wir befreit zu einem neuen Leben mit Gott. Wir brauchen eigentlich nur noch zu lieben und wir bleiben frei. Wie wunderbar ist diese Tatsache. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Alles andere ist dann vergessen. Es gibt keinen Hass mehr auf Andersdenkende, keinen Neid auf Menschen, denen es scheinbar besser geht, keine Vorurteile und Probleme. Wir brauchen unsere Arbeitskollegen, den Schulfreund, den Nachbarn, die Tochter, den Vater, den Bruder nur so zu lieben wie uns selbst. Unser Glaube soll in der Liebe tätig sein.

Barmherziger Vater, ich bitte dich, du wollest meine Seele behüten vor dem Betrug der Sünde. Gib mir ein Herz, das deinen Geist und deiner Wahrheit nicht widerstrebt. Gib mir einen festen Willen, die geschenkte Freiheit in deinem Sinne zu leben. Nimm hin mein Herz, meinen Verstand, meine Augen und lass mich erkennen, wie ich bin, auf dass ich rechte Buße tue und die Gnade finde, die mir nötig

Bernd Lorenz


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