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Monatsspruch September 2006

Du aber, unser Gott, bist gütig, wahrhaftig und langmütig; voll Erbarmen durchwaltest du das All (Weisheit 15,1).

"Nichts als Sprüche"

Es gibt Menschen, die haben immer einen Spruch auf den Lippen. Manchmal bin ich schon neidisch auf die Menschen, die schlagfertig sind und immer etwas zu sagen haben. Aber es gibt auch viele Menschen, denen verpassen wir einen Negativanstrich, weil sie scheinbar nichts als Sprüche klopfen.

In der Bibel werden Sprüche immer mit Weisheit verknüpft. So auch im „Buch der Weisheit“, welches ja gar nicht in jeder Bibel zu finden ist. Das Buch der Weisheit gehört zu den Apokryphen, also zu den Büchern, die zwischen Altem und Neuem Testament stehen. Martin Luther hat über die Apokryphen geurteilt: „Das sind Bücher, die der Heiligen Schrift nicht gleichgehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.“ Das Buch der Weisheit ist das jüngste Buch des Alten Testaments und wurde zwischen 80 und 30 vor Christus in Alexandria geschrieben. Das Buch der Weisheit ist eine Lebenshilfe aus dem Glauben für Juden, die in der Fremde in ihrem Glauben angefochten waren.

Nun lesen wir als Monatsspruch für September dieses tiefgehende Glaubensbekenntnis. Güte, Wahrhaftigkeit, Langmut, Erbarmen - alles Worte, die so gar nicht in unsere schnelllebige, oberflächliche Zeit passen. Nein, im Wirtschaftssystem unserer Tage sind solche Worte ausgespart - in unserer Gesellschaft haben doch viel mehr Vergeltung, Unwahrheit, Schnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit einen Platz.
Ja und wo finde ich mich eigentlich wieder? Versuche ich ein Stück Menschlichkeit zu leben in meinem Arbeitsteam, auch wenn ich dann vom Chef die „Glückwünsche“ entgegen nehmen kann, weil ich die Verantwortung für die Truppe habe? Spürt man es mir ab, dass ich geradlinig und wahrhaftig leben und glauben möchte? Habe ich eigentlich die gesunde Gelassenheit, die auch Niederlagen wegstecken kann? Bin ich nicht voller Ungeduld in meinem eigenen Leben und erst recht, wenn ich Krieg und Unversöhnlichkeit in dieser Welt sehe?

Ich glaube, Leben gelingt mir, gelingt uns Menschen nur bruchstückhaft. Immer wieder stehe ich vor den Scherben meines Versagens, meines Anspruches, ein Leben zu führen, welches Gott gefällt.

Aber, Gott sei Dank haben wir einen Gott, der all das in sich vereint, wonach wir als Nachfolgende uns ausstrecken: Güte, Wahrhaftigkeit, Langmut und Erbarmen in Raum und Zeit in alle Ewigkeit. Gott sei Dank haben wir in Jesus Christus einen, der uns aushält in unserer Schwachheit und Unvollkommenheit, in unserer Sündhaftigkeit und Lieblosigkeit und der dies alles mit ans Kreuz genommen hat.

Ich möchte euch noch einen kleinen Spruch mitgeben für diesen Monat: „Lass dich ruhig fallen, denn du fällst in die offenen Hand und in die zärtlichen Arme eines unendlichen liebenden Gottes.“

Andreas Friedrich


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