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Monatsspruch Dezember 2006

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Quellen des Heils.
(Jesaja 12,3)

Das 12. Kapitel des Jesajabuches, in dem der Monatsspruch für Dezember steht, ist überschrieben als „das Danklied der Erlösten“. Erlöst? Haben wir schon einmal darüber nachgedacht? Was bedeutet das für unser Leben? Was heißt Erlösung? Warum muss ich überhaupt erlöst werden?
Jesaja lebte damals in einer Zeit der Abwendung von Gott: die Menschen wandten sich anderen Göttern zu, es gab soziale Ungerechtigkeit im Volk, militärische Auseinandersetzungen um Jerusalem, der König spielte sich frevelhaft als Herr der Völkerwelt auf.
Solcher Vermessenheit setzt Gott ein Ende. Das Volk ging dem Gericht entgegen. Jesajas Reden von Gott war geprägt davon, Gericht, Gericht, Gericht ... Doch hier war nicht das Ende, die Feinde konnten das Volk Israel nicht ausradieren, denn der Herr beschützte sein Volk, es war und ist Gottes Volk. Er will es zurecht bringen und retten.
Deshalb folgt hier auf all das Geschehen ein Danklied. Die Erfahrung des Gerichts wird als Teil der Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk verstanden. Gericht ist also nicht Ende, sondern Neuanfang.
Gott eröffnet dabei auch einen Blick in die Zukunft. Es wird einmal einen Herrscher geben, der mit Gott eines Sinnes ist. Weil sein Verhältnis zu Gott heil ist, kann unter seiner Herrschaft auch die Welt heil werden. Für das Volk Gottes damals Zukunft, für uns heute erlebbare Realität, denn seine Herrschaft ist bereits angebrochen, seine Ewigkeit strahlt schon hinein in unsere Welt und in unsere Zeit.
Wie sieht unsere Zeit aus? Leben nicht auch wir in einer Zeit der Abwendung von Gott, gehen nicht auch wir dem Gericht entgegen?
Bei all diesen Fragen können wir diese Welt im Licht der Ewigkeit sehen. Lassen wir uns ermutigen, den richtigen Blick zu haben auf diese Welt, auf unser Leben, trotz Dunkelheit und Schwierigkeiten, auch wenn uns eben in diesen Lebensphasen oft nicht zum Danken oder zur Freude zu Mute ist.
Doch gerade hier können wir aus der Quelle des Heils schöpfen. Als durch Christus Erlöste sind wir Gottes geliebte Kinder, und wir sind in seiner Hand, Gottes Hand, geborgen. Gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit werden wir erinnert an die Zusage, dass Gott diese Welt nicht sich selbst überlässt.
Lasst uns gehen zum Kind in der Krippe, unserem HERRN des Lebens, er wird für uns zur Quelle der Freude und des Heils werden. Und in dieser Freude lasst uns unseren Dienst tun für Gott und an den Menschen, die er uns zur Seite gestellt hat.
Ich wünsche Euch allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Ines Schramm


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