Monatsspruch Juli 2008 | Kirchliches Wort  

Monatsspruch Februar 2007

Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. (Römer 5,1)

Gerechtigkeit – ist das nicht etwas, das heute im Zusammenleben der Menschen kaum noch vorkommt? Was verstehen wir unter gerecht? Gerecht geht es zu, wenn alle nach den selben Maßstäben gleich behandelt werden. Handelt jemand ungerecht, so wird er schuldig an dem Menschen, dem er Unrecht zufügt. Leben Menschen im ungerecht miteinander, so können sie kaum Frieden untereinander haben. Das Unrecht in der Welt hat Krieg zur Folge. Nur die Menschen, die gerecht miteinander umgehen, können in Frieden leben.

In dem Wort aus dem Römerbrief geht es um weit mehr, als wir unter Gerechtigkeit und Frieden verstehen. Es geht um die Gerechtigkeit Gottes und um seinen Frieden, den er uns durch Jesus Christus schenken will.

Im Römerbrief schreibt Paulus, dass alle Menschen gesündigt haben. Sünde trennt von Gott und die Folge der Sünde ist der Tod. Wegen der Sünde ist der Mensch ein Feind Gottes, d.h. er lehnt Gott ab, will nichts von ihm wissen. Er will sein eigenes Leben ohne Gott leben. Sein Verhältnis zu Gott ist zerstört. Er lebt in Unfrieden mit Gott, mit anderen Menschen und mit sich selbst.

Gott aber liebt den Menschen und will nicht, dass er ein Leben in Unfrieden leben muss und daran zugrunde geht. So schafft Gott die einzige Möglichkeit, durch die der Mensch aus dem Tod ins Leben kommen kann. Gott selbst wird Mensch, lebt auf der Erde und stirbt am Kreuz. Durch sein Sterben hat Jesus die Sünde ausgetilgt und uns gerecht gemacht. Wir Menschen sind durch das, was Jesus für uns getan hat, mit Gott versöhnt und haben nun Frieden mit ihm.

Paulus schreibt: wir sind gerecht gemacht. Die Betonung liegt auf „gemacht“. Die Gerechtigkeit Gottes können wir nicht aus eigener Kraft erreichen, sie uns nicht verdienen. Da kann man sich noch so sehr anstrengen und ein anständiges Leben führen, aber vor Gott kann man nicht bestehen. Vergebung der Schuld ist ein Geschenk Gottes. Zugang dazu kann der Mensch nur durch den Glauben an Christus finden. Ohne diesen Glauben wird er nicht gerecht. Vertraut er aber Christus, überlässt er ihm sein Leben, wird Jesus ihm vergeben und mit neuem Leben beschenken. Jesu Vergebung macht den Menschen vor Gott gerecht.

Durch Gerechtigkeit entsteht Frieden. Wie die Sünde eine Macht ist, die zum Tod führt, ist die Gerechtigkeit Gottes eine Macht, die zum Leben führt. Christus ist unser Friede. In ihm findet der Mensch volles Heil und vollkommenen Frieden. Das zerstörte Verhältnis des Menschen zu Gott und der Menschen untereinander ist durch Christus wieder in Ordnung gebracht und geheilt worden. Wenn wir hier auf der Erde noch so manche Ungerechtigkeit durchmachen müssen, wenn die Welt um uns herum in Unfrieden versinkt, dürfen wir doch jetzt schon mit Gott leben, seine Nähe und Hilfe erfahren, weil er uns gerecht gemacht hat. Und so dürfen wir jetzt schon in seinem Frieden leben.

Wilfried Wendler


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