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Monatsspruch April 2007

Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn“
(Römer 14,8)

Gedanken zum Monatsspruch:
Wenn ich mich in unseren Gemeinden so umschaue, da fällt mir eines sehr deutlich auf: wir unterscheiden uns doch sehr voneinander - nicht nur die Gemeinden selbst. Klar, die Gemeinde in Grünhain ist ganz anders geprägt, als die in Beierfeld oder in Elterlein. Aber das meine ich gar nicht in erster Linie. Ich meine eher uns als einzelne Christen: Da gibt es die, die eher Rocknusik lieben und andere, die lieber Klassik oder Volksmusik hören. Da gibt es die, die gern mal ein richtig dickes Epperlein-Schnitzel verdrücken und andere, die überhaupt kein Fleisch essen. Da gibt es die, die sich gern gut kleiden und andere, die lieber in Turnschuhen daherkommen. Die Geschmäcker sind eben sehr verschieden.

Das zeigt sich übrigens auch in der Kirche, ja in der Christenheit auf der ganzen Welt: Der Pastor scheint auf den ersten Blick ziemlich wenig mit dem Jugendlichen seines Jugendkreises gemeinsam zu haben, genauso wenig wie der Schüler aus dem Kirchlichen Unterricht mit einer pflegebedürftigen Schwester in einer diakonischen Einrichtung.

Dass sich jetzt alle Menschen auf eine Lieblingsmusik, auf ein Einheitsessen oder auf eine einheitliche Kleidung einigen könnten, halte ich für unmöglich.

Doch wie sollen wir Christen uns dann erst bei tiefer gehenden Dingen verstehen? Auch in unseren Gemeinden gibt es jedenfalls eine ziemlich bunte Mischung von Menschen: alt und jung, gesund und krank, sozial schwach und eher wohlhabend, konservativ und modern, traditionsbewusst und offen für Neues, gefühlsbetont und nüchtern, kreativ und intellektuell, alleinstehend und in Familie lebend, kritisch und zurückhaltend, vorschnell und weise, usw.

Auch in so manchen Glaubensansichten sind wir doch sehr verschieden. Das merken wir oft, wenn wir miteinander im Gespräch sind. Manche theologischen Akzente oder Schwerpunkte setzen wir sehr unterschiedlich. Was dem einen wichtig und unverzichtbar ist, spielt bei einem anderen eher eine untergeordnete Rolle. Und manchmal finden wir tatsächlich nicht einmal einen gemeinsamen Nenner.

Und dennoch: In jedem von uns steckt (hoffentlich) ein gemeinsamer Kern, nämlich die Hoffnung und Gewissheit, die Paulus kurz und knapp auf den Punkt bringt: „Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn."

Damit ist eigentlich alles gesagt. Wir alle, so verschieden wir auch sind, wir alle gehören zu Christus und stehen damit weit über dem, was uns nach außen vielleicht voneinander trennen mag. Durch Christus gehören wir zusammen, werden wir zu einer Gemeinschaft. Durch Christus können wir aneinander das entdecken, was uns fest miteinander verbindet: Wir gehören im Leben und Sterben zu Christus! Wir können die letzte Verantwortung Kir das Gelingen unseres Lebens in SEINE Hände geben, da ER uns hält und leitet. ER ist unser Herr, auch über dieses irdische Leben und selbst über den Tod hinaus! Das verbindet uns miteinander. Bitte was sollte uns da eigentlich noch trennen können?

Lutz Brückner


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