Jesus Christus spricht: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26)
Gedanken zum Monatsspruch:
Am 10.4.1912 läuft die Titanic zu ihrer ersten Fahrt aus. Elf Stockwerke auf über 250m Länge, damit galt sie als größtes, schnellstes und sicherstes Schiff der Welt, ein Symbol für die Freiheit und Unabhängigkeit des Menschen. Nichts ist unmöglich! „Ja meine Dame, Gott selbst könnte dieses Schiff nicht versenken“ – Ein Besatzungsmitglied sagte diesen Satz ironischerweise einer christlichen Missionarin an Bord. Sylvia Coldwell reiste mit ihrer Familie in der zweiten Klasse. Sie überlebten diese schicksalhafte Nacht zum 15.April, als die Titanic sank. 1500 Menschen starben in den eisigen Fluten. Diese Tragödie warf eine brennende Frage auf: Worauf können wir uns in dieser Welt noch verlassen? Worauf kommt es wirklich an, wenn der Boden unter den Füßen schwankt? Es zeigte sich einmal mehr, dass wir Menschen unser Schicksal nicht selbst in der Hand haben. Wenn die Rettungsboote zu Wasser gelassen werden, was zählt da wirklich? Kein vernünftiger Mensch würde sich die Taschen mit Gold und Schmuck vollstopfen und auf einen Platz im Rettungsboot verzichten.
Was nutzt es dem Menschen, wenn er die Welt gewinnt und dabei seine Seele verliert? Jesus stellt hier zwei Dinge gegenüber: die Welt und unsere Seele. Zum einen die Welt mit allem was dazu gehört: Wohlstand, Erfolg, Macht, Vergnügen, Bildung, Arbeit, guter Ruf … Im Grunde alles, was sich mit unseren Sinnen wahrnehmen lässt, was wir essen, sehen, besitzen und erfahren können. Daran ist ja auch nichts schlechtes, außer wenn diese Dinge uns so in Besitz nehmen, dass wir dabei unsere Seele, unseren Mittelpunkt verlieren. Zum anderen die Seele, das unersetzliche Du, das denkt, plant, Entscheidungen trifft, einen Willen hat, weint, träumt und betet. Die Seele ist der Mittelpunkt unseres Seins. Jesus gibt uns klar die Richtung vor: Was nützen materielle Güter und flüchtige Sinneseindrücke, wenn dabei unsere Seele, unser Mittelpunkt zu Bruch geht. Leben wir Gewinn-orientiert oder Mitte-orientiert? Leben wir auf Besitz und Erfolg bezogen oder mehr hin zur Mitte, zu Ausgeglichenheit und Zufriedenheit? Das „normale“ Leben ist Gewinnorientiert. Wir wollen immer mehr: Gehalt, Kindergeld, Rente. „Wer wird Millionär?“ - das ist die Frage der Menschen von heute. Aber haben wir wirklich mehr, wenn wir mehr bekommen und besitzen?
Ich brauche nicht mehr Geld im Geldbeutel, ich brauche eine Mitte, ein Ziel. Und wie komme ich zu dieser Mitte? Durch Ausstieg aus dem Mehr-Denken! Wir brauchen nicht „mehr“, wir brauchen IHN! Wir brauchen nicht mehr Gewinn, wir brauchen den Hauptgewinn und der Hauptgewinn ist Jesus. Keiner ist wie ER, warum eigentlich? Weil er so viel Sinn gibt, weil keiner so reich macht, weil keiner so sorglos macht. Jesus will unsere Mitte sein, er bietet uns seine Freiheit an. Wollen wir die wirkliche Mitte finden, das Ziel und den Sinn unseres Lebens? Und was ist uns das wert?
Lass dir durchkreuzen, was alle für wichtig und unverzichtbar halten, du gewinnst seine Liebe, die Vergebung und bleibenden Sinn. Nehme den Verlust hin, nicht länger nur das eigene Ich zu pflegen, du gewinnst neue Freunde, die ganze Freiheit für andere zu leben. Lebe den Verzicht auf das Mehr, immer mehr und nie genug zu haben, du gewinnst eine Mitte, das ganze Leben durch Jesus allein.
Uwe Lorenz
|