Wer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist! (Psalm 19,13)
Gedanken zum Monatsspruch:
„Ich bin nicht schuld!“ sagt der Junge, als im Kinderzimmer beim Bruder dicke Tränen übers Gesicht rollen. „Ich bin nicht schuld“ höre ich mich auf Arbeit sagen, als ein Formular falsch ausgefüllt auf dem Schreibtisch vom Chef liegt. „Ich bin nicht schuld!“ - Dieser Satz begleitet uns oft. Schuld zugeben ist nicht einfach, weil wir damit Schwächen offenbaren. Viel lieber suchen wir sie ja bei anderen. Wenn uns ein Fehler passiert, schauen wir uns erst mal um: „Hoffentlich hat es niemand gesehen!“
Mit Schuld offen umzugehen, fällt uns schwer. Aber vor unserem Gott können wir uns nicht verstecken! Er sieht, was wir vor anderen verbergen können. Fehler passieren uns allen. Und Schuld laden wir immer wieder auf uns auf. Manchmal geschieht das aber auch ganz unbewusst. Wir merken es gar nicht oder erst viel später.
Da gibt es Tage, wo wir uns selber freuen. Alles hat geklappt. Ich konnte jemanden helfen oder durch ein paar Worte wieder aufbauen. Ein Tag mit guten Worten und Taten. Doch was war mit meinen Gedanken? War da nicht mein Lachen über einen Witz auf Kosten anderer? War da nicht ein begehrlicher Blick einer hübschen Frau hinterher? Oh doch, auch an Tagen, die scheinbar gut laufen, gibt es Schuld und Sünde. Und bemerken? Bemerke ich, dass meine Gedanken Sünde sind? Bemerke ich meine Fehler? Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, muss ich oftmals sagen - Nein. Genau das spricht David im Psalm 19 an. David wollte nach den Geboten Gottes leben und war sich doch seiner Schwachheit bewusst. Im Vers 13 singt er von dieser Schuld und bittet Gott, ihm diese nicht anzurechnen.
Heute haben wir die Gewissheit, dass unsere Sünden durch Jesus Christus vergeben sind. Jesus hat alle - auch die unbewusste - Sünde mit ans Kreuz genommen! Wir brauchen keine Angst zu haben, dass wir vor Gott nicht bestehen, wenn uns am Ende eines Tages nicht alle unsere Schuld einfällt! Gott sieht in unser tiefstes Inneres und kennt uns. Gerade wegen unserer Schwachheit hat Gott seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, damit unsere Sünde getilgt wird. Ist dass nicht eine herrliche Zusage?!
Das bedeutet aber nicht, dass wir uns zurücklehnen und gedankenlos in den Tag hinein leben können. Vielmehr sollen wir uns täglich auf Gottes Wort einlassen und so bewusst wie möglich danach leben. Das Gebet mit Bitte um Vergebung gehört da sicher mit dazu. Neben Lobpreis, Dank und Bitte will ich und sollten wir täglich bitten: „Herr vergib mir meine Schuld – auch die Unbewusste!“
Matthias Müller
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