Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt. (1.Petrus 3,15)
Gedanken zum Monatsspruch:
Wer hat schon stets die fertigen Antworten in der Schublade liegen, nur darauf wartend, gefragt zu werden, und schon gibt es die Antwort wie aus der Pistole geschossen? Wer von uns möchte ständig in ein Gespräch verwickelt werden, ständig Position beziehen, ständig das klärende Wort parat haben? Wäre das nicht unglaublich anstrengend? In der Lutherübersetzung steht: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann.“ Aber ist das weniger anstrengend, wenn wir uns ständig vor allen möglichen (und unmöglichen) Menschen verantworten müssen? Petrus sagt das zu den Empfängern, zu den Heidenchristen, die in der Diaspora lebten. Ihr sollt so verantwortlich leben und handeln, dass ihr jederzeit bereit dazu seit, Jesus Christus, der in euren Herzen ist, zu verteidigen.
Ganz gleich in welcher Übersetzung wir unseren Monatsspruch lesen, es ist an uns ein hoher Anspruch, ob wir nun zum verantwortlichen Leben, zur Verteidigung von Jesus Christus oder zur Bereitschaft, jedem Frage und Antwort zu geben, aufgefordert werden. So werden wir alle von diesem Bibelwort in unserer jeweiligen Lebenssituation getroffen.
Ich denke, Fragen entstehen heute nicht so sehr am Glauben von uns Christen, vielmehr an der Hoffnung, die wir in uns tragen. Viele Menschen in unserem Umfeld leben ohne Hoffnung, ohne tiefen Sinn in ihrem Leben. Ob wir nun unsere Hoffnung glaubhaft in Worte fassen können oder nicht, unsere Mitmenschen sollen an uns etwas Strahlendes, etwas Anziehendes entdecken!
Als Jesus auf den Weg hinauf nach Jerusalem ist, um seinen Leidensweg zu gehen und die Volksmenge Jesus, dem einziehenden König, zujubelt, wollen die Pharisäer Jesus bewegen, das Volk zum Schweigen zu bringen. Jesus sagt darauf: „Ich sage, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.“
Das waren aber noch Zeiten - bin ich versucht zu denken - als man Jesus auffordern musste, seine Jünger zum Schweigen zu bringen! Heute müssten wir ihn bitten: Meister, bring deine Jünger zum Reden! Bring sie dazu, ihren Glauben an Dich öffentlich zu vertreten und ihren Mund aufzumachen, wenn man Dich in den Schmutz zieht, wenn all das beleidigt und niedergemacht wird, was Dir so heilig war und wofür Du ans Kreuz gegangen bist.
Wir kommen von Ostern her, wo Gott in Jesus Christus für uns und unser Leben alles klar gemacht hat. Sollte da nicht unser Herz brennen und unser Mund vor echter Begeisterung überlaufen? Ich wünsche es uns, dass wir wie Pastor Wilhelm Busch es sagt, nicht unerregt bleiben, wenn wir von dieser unglaublichen, frohmachenden Botschaft unseren Nächsten, unseren Kindern und Freunden erzählen und Ihnen Rede und Antwort geben.
Andreas Friedrich
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