Gott hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. (Kolosser 2,14)
Gedanken zum Monatsspruch
Wenn wir uns den aktuellen Monatsspruch anschauen, dann fällt es mir schon schwer zu glauben, dass dieser Spruch ausgelost worden ist und nun rein zufällig über dem Monat April steht, einem Monat, in dem wir das diesjährige Osterfest feiern. Aber es ist gut, dass wir diesen Spruch haben und darüber nachdenken können. Enthält er doch die zentrale Aussage des Neuen Testamentes. Das heißt: Er ist das eigentliche Evangelium, welches uns gilt und was wir weitersagen sollen. Und das nicht nur an Karfreitag und Ostern sondern eigentlich immer und überall.
Der vorliegende Spruch entstammt der Einheitsübersetzung, welche vorwiegend im katholischen Raum Verwendung findet. Außerdem ist er als Vers 14 auch nicht ganz vollständig. Nach der Elberfelder Übersetzung liest er sich ein kleines bisschen anders: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war, und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, in dem er ihn ans Kreuz nagelte.“ Ich finde, dass diese Übersetzung die Größe dieser Aussage noch etwas besser wiedergibt: Da ist zunächst vom „Löschen“ die Rede, nicht nur vom Durchstreichen. Jeder von uns, der mit dem Computer zu tun hat, kennt diesen Unterschied ganz genau. Etwas Gelöschtes ist endgültig, nicht eben nur durchgestrichen und dadurch nach wie vor sichtbar. Nein, unsere Schuld ist durch Jesu Tat einfach weg, gelöscht oder ausgetilgt.
Aber woher kommt eigentlich der Schuldschein, der „in den Satzungen besteht“? (Das Wort Satzungen entstammt dem griechischen „Dogma“ und bedeutet Beschluss, Erlass, festgelegte Lehre oder Gebot.) Unsere Schuld, welche auf unserem Schuldschein niedergeschrieben ist, haben wir im Ursprung von Adam „geerbt“. Dadurch sind wir praktisch von Natur aus sündige Menschen, ob wir sündigen wollen oder nicht - wir können nicht anders. Und das ist so von Gott festgelegt, so beschlossen. Darüber geben uns 1. Mose 3 und 1. Korinther 15, 22 Auskunft. Und diese, unsere Schuld ist es, die uns von Gott trennt. Diese Schuld verhindert unseren Zugang zum Heil und wir können Sie aus eigener Kraft nicht überwinden. Wären wir nur Adams Nachkommen, so wären wir in unseren Sünden verloren. Der Teufel hätte ohne weiteres das Recht, uns immer wieder vor Gott anzuklagen, uns bei ihm madig zu machen.
Aber Gott durchbricht hier seine eigenen Satzungen. Das was früher war, zählt jetzt nicht mehr. Er hat die Schuld „aus unserer Mitte fortgeschafft“. Das, was zwischen Gott und uns stand, ist jetzt weg. Wir sind nicht länger von Gott getrennt, der Weg zu ihm ist jetzt frei. Der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel ist zerrissen. Wir können jetzt befreit hinzutreten und Gott anbeten als unseren Vater. Wir können ihm unsere Schuld bringen und er macht uns frei davon - durch die Tat seines Sohnes am Kreuz.
Wissen wir eigentlich, wie wichtig wir Gott sind? Er hat seinen Sohn, den er am liebsten hatte, in die Welt gesandt, um am Kreuz zu sterben - für uns und die ganze Welt. Welch eine Tat von unendlich großer Liebe. Und diese Liebe gilt uns - uns allen. Was kann uns jetzt eigentlich noch passieren? Wer will jetzt noch Anklage gegen uns erheben, wo doch keine Schuld, kein Schuldschein, mehr da ist? Wir sind frei, und das ohne unser Zutun.
Wie schon eingangs erwähnt, ist der Monatsspruch die zentrale Aussage im Neuen Testament. Er beschreibt den Wendepunkt der biblischen Heilsgeschichte. Wir sind nicht länger in den Fängen des Teufels, nicht länger Gefangene der Sünde. Nein, wir sind Erlöste durch unseren Glauben an Jesus Christus. Durch ihn haben wir Zugang zum Vater und sind Miterben Gottes. Diese Botschaft werden wir in den kommenden Wochen verstärkt hören und wir sollten sie niemals vergessen bzw. anzweifeln. Die Erlösung durch Christi Blut ist etwas, was uns niemand mehr nehmen kann. Auch wenn wir jetzt nach dem Fleisch noch Adams Nachkommen sind und irgendwann sterben müssen. Durch Christus haben wir bereits jetzt das Wasser des Lebens erhalten. Lasst uns jeden Tag aus dieser Quelle trinken und gemeinsam an dem Weg zu ihm hin festhalten.
Bernd Stiehler
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