Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. (4. Mose 6, 24-26)
Wir sind mitten in der Urlaubs- und Ferienzeit. Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres. Der Urlaub wird vorbereitet, Wanderungen und Reisen geplant. Ist es nicht herrlich, dass gerade in diese Zeit hinein so ein Bibelwort leuchtet. Der Herr segne dich und behüte dich. Überall wo wir sind, im Urlaub, in den Ferien oder zu Hause gilt dieses Wort Gottes.
Wie ist das eigentlich mit dem Segen, was ist eigentlich Segen? Segen hat zu tun mit Erfüllung, Hilfe und Rettung. Segen ist die Kraft, die Leben schafft. Der Herr segne dich, meint: Gott gebe dir Lebenskraft, mache dich schöpferisch, mache dich lebendig und aktiv, fördere alles in dir, was leben will. Wenn wir Christen von Segen sprechen, dann bezieht sich dieser Segen immer auf Gott, den Schöpfer und Bewahrer allen Lebens. Gott selber möge zu Erfüllung, Hilfe und Rettung beitragen- wünschen wir. Wir segnen im Namen Gottes, also in seinem Auftrag und nicht aus eigenen Kräften. Gott behüte dich. Der Wunsch meint: Er schütze dein Leben. Bewahre es vor allem Lebensfeindlichen, vor Gefahr und Krankheit, vor Unfall und Leid......
Wenn wir sagen: „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir“, dann wünschen wir etwas ähnliches, wie wenn wir sagen: Er hat sie angestrahlt, er wendet sich ihr zu, mag sie, freut sich, sie zu sehen. Ebenso wünschen wir uns das von Gott. Er möge sich uns zuwenden, möge uns freundlich anblicken, er möge sich über uns freuen. Wenn wir als Eltern glücklich sind über unsere Kinder, dann strahlen wir. Das Gesicht spiegelt die Freude über unsere Kinder wieder. Ganz ähnlich ist es bei Gott. Er möge glücklich sein, wenn er dich sieht, meint der Segen. Wenn er dich anschaut, möge Freude sein Gesicht leuchten lassen. Und die Freude Gottes in seinem Gesicht wärmt mich und lässt mich glücklich sein.
Gott sei dir gnädig: Eigentlich müsste es heißen, Gott sei dir solidarisch, er steht an deiner Seite, er sei dein Freund. Er sei immer da, wenn du ihn brauchst. Gott möge dich annehmen, so wie du bist, mit allen Stärken und Schwächen. Er möge dir verzeihen, wenn du etwas falsch gemacht hast. Der Herr hebe sein Angesicht über dich: Wenn wir uns unfrei fühlen, wenn wir etwas ausbrüten oder uns etwas peinlich ist, dann senken wir den Kopf. Wenn ich jemanden nicht in die Augen sehen will oder kann, dann stimmt vielleicht inder Beziehung etwas nicht. Gott, so wünscht der Segen, möge sein Gesicht heben, uns offen und ohne Zorn anschauen, und er möge zugleich sein Gesicht so über uns beugen, wie zum Beispiel eine Mutter über ihr Kind.
Und gebe dir Frieden: Schalom. So steht es in der Bibel, er gebe dir Frieden. Gott gebe dir alles was du brauchst, dass du zufrieden sein kannst. So wie ein Baby, wenn es getrunken hat, ganz und gar befriedigt ist. Es fühlt sich zufrieden, wohl und gesättigt. All das meint Schalom. Zufrieden leben können, Wohlsein, rundum genug haben, befriedigt sein. Im Wort Befriedigung steckt das Wort Frieden. Ich kann nur Befriedigung finden, wenn ich in Frieden leben kann.
Segnen bedeutet also aus christlicher Sicht nicht: Es wird alles für alle Ewigkeit immer rosig sein, sondern: Der Herr ist mein Hirte. Er behütet mich, auch wenn ich durch ein dunkles Tal in meinem Leben hindurch muß. Er tröstet mich und gibt mir wieder neue Kraft. Es ist gut, Gott in jeder Lebenslage zu vertrauen.
Ich möchte schließen mit dem altirischen Reisesegen und diesen Segen wünsche ich euch allen von ganzem Herzen.
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen. Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren. Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst. Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist. Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen. Der Herr sei über dir, um dich zu segnen, So segne dich der gütige Gott, heute, morgen und allezeit. Amen
(Uwe Lorenz)
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