„Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“ (Lukas 12, 34)
Gedanken zum Monatsspruch
In einer Welt, wo es hauptsächlich um Wohlstand und Sicherheit geht, stellt uns das Evangelium vor eine grundlegende Frage: Worauf vertraue ich? Was ist mir wichtig?
Jesus sagt hier seinen Jüngern, dass wo immer ihr Schatz ist, dort auch ihr Herz sein wird. Das Herz meint in der Bibel die Mitte des Menschen. Dort läuft alles zusammen - Verstand, Wille, Sehnsüchte, Wünsche, Pläne, Ziele. Sehr leicht hängt sich das Herz an einen Schatz. Deshalb kommt es darauf an, richtig zu wählen und sich an das zu hängen, was wirklich zählt. Für Jesus ist das Reich Gottes sein Schatz. Im Herzen auf das Reich zu setzen, bedeutet, dass nur Gott die wahre Sicherheit und dem Leben seinen Sinn geben kann.
Was bedeutet das nun für uns, die wir versuchen unser Leben in alle Richtungen abzusichern? Altersvorsorge, Rücklagen, Sicherheiten, Geldanlagen sind schon wichtige Sachen, aber sie dürfen niemals unser Herz bestimmen. Niemals soll das Streben nach „Geldverdienen müssen“, unser Leben bestimmen. Leider ist es in unserem heutigen Verständnis oftmals so, dass die Arbeit, das Geldverdienen, die Absicherung der Familie und der Lebensbedingungen darüber bestimmen, wie viel Zeit und Kraft wir dann noch übrig haben, um uns mit Gott und dem Wachstum zu ihm hin zu beschäftigen. Und das ist gefährlich, denn wir sind dann schon nahe dran, unseren Schatz falsch zu definieren.
Jesus sagte: „Darum fragt nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt und ängstigt euch nicht! Denn um all das geht es den Heiden in der Welt. Euer Vater weiß, dass ihr das braucht. Euch jedoch muss es um sein Reich gehen, dann wird euch das Andere dazugegeben.“ Wenn unser Herz dies verstanden hat, dann sind die Bedürfnisse des Lebens nicht mehr Grundlage unseres Lebens, auch nicht der Schlüssel zu unserer Freude. Vertrauen wir doch auf Gott. Trauen wir doch Gott einfach zu, dass er weiß, was wir brauchen und nötig haben. Die persönlichen Bedürfnisse stehen dann nicht länger im Mittelpunkt, sondern einzig und allein die Beziehung zu Gott. Gott vertrauen, unser ganzes Leben durch Ihn bestimmen und verwalten lassen, das sollte unser Schatz sein.
Natürlich können wir unsere Sorgen im täglichen Leben dadurch nicht entsorgen. Aber wir können unsere Blickrichtung auf sie verändern. Schauen wir hinaus in die Natur, so erkennen wir die große Ordnung Gottes. Neues Vertrauen wächst in uns, sodass uns unsere Sorgen nicht erdrücken, sondern wir die Fürsorge für Andere entdecken. Wir spüren: Gott hält uns, auch wenn es durch Abgründe geht. Und aus diesem Vertrauen heraus soll es uns ein Bedürfnis werden, für andere da zu sein. „Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen!“
Das Leben derer, die auf diese Worte hören und sie auch umsetzen, bekommt eine neue Richtung, sie fangen an, für andere zu leben. Nicht mehr auf sich selbst bezogen, fangen sie an, miteinander zu teilen.
Genauso lebten die ersten christlichen Gemeinden und viele Menschen kamen damals zum Glauben, weil sie sahen, dass das für die Nachfolger Christi nicht nur leere Worte waren, sondern dass sie wirklich so lebten.
Lasst uns nun als Christen in dieser Welt diese Verantwortung wahrnehmen. Wir sollen durch unser Leben und Handeln Zeugnis geben. Zeugnis von Gottes großer Liebe an allen Menschen. Dies können wir aber nur, wenn wir selbst diese Liebe leben, wenn wir für andere da sind, wenn wir helfen, wenn wir dienen.
Und darum sollte das jeden Tag, jede Sekunde unser Anliegen sein: Wo braucht jemand meine Hilfe, wo wartet jemand auf ein freundliches Wort, eine freundliche Geste, was kann ich tun, um Gottes Liebe den Menschen zu bringen.
Bernd Lorenz
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