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Monatsspruch Januar 2010

„Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ (5. Mose 6,5)

Gedanken zum Monatsspruch

Ich will vorweg zugeben: Texte aus dem alten Testament bereiten meinem Verstand immer wieder einige Probleme. Warum? Diese Schriften entstanden ab dem 4. Jahrhundert vor Christus, also so etwa mit dem Ende der babylonischen Gefangenschaft. Die Inhalte aber, also die Ereignisse und Geschichten, über die sie erzählen, fanden oftmals viele hunderte, ja manchmal tausende Jahre früher statt. Sie wurden bis zum Aufschreiben mündlich überliefert oder wurden aus anderen schriftlichen Quellen übernommen. Ein Beispiel dafür ist die Erzählung von der Sintflut. Die Ursprungsquelle hierzu ist der zweitausend Jahre ältere Gilgamesch-Epos, der auf Tontafeln, in Keilschrift geschrieben, erhalten geblieben ist. Somit reflektieren diese alten biblischen Schriften das Weltbild der damaligen Zeit. Nun wissen wir aber, die Weltbilder haben sich von der Antike bis heute immer wieder verändert und weiter entwickelt. Da fallen mir auch gleich prägende Namen ein: Galileo Galilei (die Erde kreist um die Sonne), Charles Darwin (Arten entstehen immer wieder neu – siehe Grippevirus!), Albert Einstein (alles ist relativ). Man könnte die Reihe fortsetzen.

Was hat das nun alles mit unserem Monatsspruch zu tun, werden sich jetzt einige fragen? Ganz einfach, dieser Text provoziert mich! Weil er eben aus einer anderen Zeit stammt. Er provoziert mich auch, nach dem Warum zu fragen. Warum sollen wir Gott lieben? Warum sollten die Menschen damals Gott lieben?

Ein Blick in den Textzusammenhang bringt eine erste Antwort: Im Vers 4 steht „der HERR ist unser Gott, der HERR allein“. Viele Menschen glaubten damals auch noch an andere Götter. Das war aber völlig überflüssig - es gibt keine anderen Götter, es gibt nur den Einen. Und Er hatte, nach damaligem Weltbild, auch alles das im Griff, wofür andere Gottheiten zuständig gemacht wurden. Und heute? Um Naturereignisse, Krankheiten und anderes zu erklären, müssen wir keine göttlichen Mächte mehr bemühen, wir wissen wie Erdbeben und Epidemien entstehen. Warum also soll ich Gott lieben? Weil er - nach wie vor - der Einzige ist, und - weil er uns Jesus geschickt hat! Jesus selbst hat sich auf dieses Liebesgebot bezogen und hat es ausdrücklich mit der Nächstenliebe verknüpft: „Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst“. Damit hat er die Basis für ein Wertesystem gelegt, das heute in aller Welt anerkannt ist.

Udo Pannenberg


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