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Monatsspruch Februar 2010

„Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.“
(5. Mose 15,11)

Gedanken zum Monatsspruch

Im 5. Buch sind die Abschiedsreden von Mose zu lesen. Bevor die Israeliten in Kanaan einziehen und Mose stirbt, erfahren sie noch einmal alles, was der HERR Mose aufgetragen hatte. Er erklärte ihnen die Gebote und Weisungen, nach denen sie handeln sollten. Die Gebote sind die Zusammenfassung des Willens Gottes. Auch für uns heute sind sie der wichtigste Maßstab im Leben mit Gott und unseren Mitmenschen. Aber immer wieder müssen wir erfahren, dass es uns nicht möglich ist, den Willen Gottes vollkommen zu erfüllen. So schreibt Paulus in Römer 4, V. 21 u. 22: „Jetzt hat Gott uns gezeigt, wie wir vor ihm bestehen können, nämlich unabhängig vom Gesetz. … Gott spricht jeden frei und nimmt jeden an, der an Jesus Christus glaubt. Nur diese Gerechtigkeit lässt Gott gelten.“

In unserem Monatsspruch lesen wir, wie Mose den Willen Gottes im Umgang mit der Armut anspricht. Dabei weckt er keine Illusionen im Volk, sondern weist darauf hin, dass es auch im gelobten Land, wo Milch und Honig fließt, immer Arme geben wird. Auch in unserem Land gibt es viele, die arm sind. Oft kann man sie nicht sofort erkennen. Viele schämen sich ihrer Armut. Ich erlebe fast täglich die Not und die Angst dieser Menschen. Es gelingt selten, ihnen zu helfen. Einige sind fremd-, andere selbstverschuldet in diese Situation gekommen. Manche haben sich daran gewöhnt, die große Mehrheit aber leidet sehr darunter. Sie sind in verzweifelten Situationen, die schwer vorstellbar sind. Kinder sind am meisten betroffen.

Wir sollten uns heute an unsere methodistischen Wurzeln erinnern. Denn seit John Wesley gehört das soziale Engagement für Methodisten unverzichtbar zum Christsein und zur Kirche. Auf dem Boden dieser Tradition gründete der methodistische Pastor Frank Mason North 1907 mit vier Kollegen die „Methodist Federation for Social Service“. Sie reichten zur Generalkonferenz 1908 einen Antrag ein. Völlig überraschend nahmen die Delegierten der Generalkonferenz den Antrag mit dem darin enthaltenen „Sozialen Bekenntnis der Bischöflichen Methodistenkirche“ an. Zum ersten Mal in der Geschichte hatte eine christliche Kirche ein „Soziales Bekenntnis“ beschlossen.

Für unsere Väter im Glauben war es also sehr wichtig, dass sich die Kirche, wie auch jeder Einzelne, ihrer sozialen Verantwortung bewusst ist. Dieses soziale Engagement kann natürlich ganz persönlich und praktisch in der Familie, Gemeinde oder Nachbarschaft erfolgen. Doch auch unsere Spenden für die Arbeit von Hilfswerken oder gemeinnützigen Vereinen sind nicht weniger wichtig. Wesley schreibt: „Gold und Silber sind sehr gute Gaben Gottes, die den edelsten Zwecken dienen. In den Händen von Gotteskindern werden sie zu Nahrung für die Hungrigen, Wasser für die Durstigen, Kleidung für die Nackten. Geld verschafft dem Reisenden und Fremden Platz, an dem er sein Haupt niederlegen kann. Mit Geld können wir Witwen und Waisen versorgen.“

Ich bin sicher, dass auch wir alle auf vielen Gebieten unsere Gaben zur Hilfe für Notleidende und Arme einsetzen.

Elisabeth Seidel


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