„So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“ (Hosea 12,7)
Gedanken zum Monatsspruch
Der Monatsspruch steht im Buch des Propheten Hosea. Dieser war ein Zeitgenosse der Propheten Amos, Jesaja und Micha. Er wirkte in Samarien, der Hauptstadt des Nordreiches Israel. Hoseas Botschaft richtete sich hauptsächlich an Israel, d.h. an die zehn Stämme des Nordreichs. Nach seinen langen und vergeblichen Aufrufen an seine, dem Untergang geweihten Landsleuten, da sie sich von Gott abgewandt hatten, zog er sich nach Judäa zurück. Sein Amt dauerte bis nach der Zeit der Wegführung des Nordreiches in die assyrische Gefangenschaft im 8. Jhdt. v. Chr. Das Buch Hosea dreht sich größtenteils um den Aspekt der Ehepartnerschaft zwischen Gott und seinem Volk. Eine traurige Prüfung erlebte er familiär. Nachdem er Gott gehorsam war und auf sein Geheiß eine Prostituierte zur Frau nahm, wurde diese ihm untreu. Durch diese Geschichte sprach Gott zu Israel, welche der Angelpunkt des ganzen Buches ist. Unser obiger Vers fasst das ganze Leben zusammen. Er umfasst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Aufforderung zur Bekehrung, zur Umkehr, erging nicht nur an das Volk Israel damals, sondern auch an uns heute, an mich. Ich habe es nötig, mich immer wieder abzukehren von dem, was mich von Gott wegziehen will. Not zieht mich manchmal zu Boden, zieht mich weg von Gott und lässt mich an seiner Güte, an seiner Liebe zweifeln. Manchmal lehrt Not beten. Manchmal aber sorgt sie dafür, dass Menschen den Glauben wegwerfen. Genauso gefährlich ist auch das, was mich begeistert, was Kopf und Herz in Beschlag nimmt. Das reicht vom Bankkonto, dem schicken Auto, bis hin zum neuen iPod und allem, was die Werbung täglich versucht, uns schmackhaft zu machen. Doch nur bei Gott ist das Leben, Hoffnung und Halt. Doch solche Bekehrung passiert meist nur ein-, zweimal im Leben. Eigentlich sollte sie jeden Tag passieren. Denn immer wieder stehe ich in der Gefahr, mich von Gott abzuwenden, und immer wieder soll, ja darf ich zurückkommen. Und dann das Festhalten an Barmherzigkeit und Recht. Das macht das Leben eines Menschen aus, der zu Gott gehört. Wie sein Vater im Himmel gütig und freundlich mit ihm umgeht, so geht er nun auch mit anderen um. Barmherzigkeit soll das Kennzeichen eines gläubigen Menschen sein, aber auch das Recht. Er macht nicht einfach alle fünf gerade, sondern protestiert auch gegen Unrecht, im Großen wie im Kleinen. Und bei alldem hofft er auf Gott. Menschen, die mit Gott rechnen, setzen nicht auf ihre eigene Kraft, wenn doch, werden sie früher oder später scheitern. Sie hoffen darauf, dass Gott ans Ziel führt. So fasst unser Vers Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen. Ich will mich Gott zuwenden Schritt für Schritt an jedem Tag. Ich will ihm vertrauen. Ich wünsche euch allen, dieses Vertrauen zu wagen. Gott wird uns nicht enttäuschen.
Angela Nehm
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