„Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus.“ (Galater 3,26)
Paulus macht hier eine außerordentlich wichtige Aussage: Alle, die an Jesus Christus glauben, sind Kinder Gottes. Wir Menschen sind aufgrund unserer Sünde von Gott getrennt. Wir müssten ohne ihn leben und zugrunde gehen. Das aber will Gott nicht, weil er uns liebt. So lässt er seinen Sohn Jesus Christus für uns Menschen sterben und tilgt damit die Sünde aus, die uns von ihm trennt. Wer das, was Jesus für uns am Kreuz vollbracht hat, als Geschenk im Glauben annimmt, der wird zu einem neuen Menschen geboren und damit zu einem Kind Gottes. Glauben an Jesus heißt, ihm voll und ganz zu vertrauen und das ganze Leben ihm zur Verfügung zu stellen.
Der Monatsspruch aus dem Galaterbrief steht im Zusammenhang mit den Ausführungen von Paulus über das Verhältnis zwischen Gesetz und Glaube. Das Gesetz (Wort Gottes im Alten Testament, vor allem die 5 Mosebücher) lässt das ganze Ausmaß unserer Sünde erkennen. Bei einem falschen Verständnis dieses Gesetzes führt das zu dem Zwang eines Menschen, aus eigener Anstrengung vor Gott bestehen zu wollen. Das aber kann er nicht, weil er immer wieder versagt und schuldig wird. Der Glaube an Jesus Christus aber befreit von diesem Zwang. Durch den Glauben erfahren wir Vergebung der Schuld und Anerkennung bei Gott. Der Glaube ermöglicht den Zugang zu Gott, dem Vater. Wenn wir an Jesus glauben, werden wir in die Gotteskindschaft eingesetzt.
Dass wir Kinder Gottes sein dürfen, ist ein großes Geschenk. Der allmächtige, ewige Gott, der Heilige, der Schöpfer des Himmels und der Erde, der Gott über das ganze Universum, kommt zu uns Menschen und will unser Vater sein. Gott wartet auf die Menschen, die von ihm weggelaufen sind. Er hat Sehnsucht nach ihnen und will, dass sie mit ihm Gemeinschaft haben. Er will, dass die Menschen umkehren, nach Hause kommen ins Vaterhaus. Gott empfängt jeden Menschen, der zu ihm kommt, mit offenen Armen und nimmt ihn in die volle Kindschaft auf. Dieser Mensch darf nun im Vaterhaus leben und Gemeinschaft mit Gott haben.
Ich weiß, dass manche mit dem Bild von einem liebenden Vater ihre Probleme haben. Sie haben nur einen strengen und unbarmherzigen Vater erlebt, einen Vater, der von seinem Kind nichts als Leistung verlangt und wehe, wenn das Kind nicht gehorcht. Dann wird der Vater es nicht mehr lieben und beim Kind entsteht die Vorstellung: Ich muss mir die Liebe meines Vaters verdienen.
Doch ganz anders sieht es bei Gott aus. Er begegnet uns als der liebende Vater. Seine Liebe zu uns Menschen ist wahrhaftig und bedingungslos. Er liebt seine Kinder auch noch, wenn sie nicht nach seinem Willen leben. Bei ihm erfahren wir Geborgenheit. Als seine Kinder dürfen wir seine Hilfe und Fürsorge in Anspruch nehmen.. Er lässt uns nie im Stich, sondern ist allezeit für uns da. Bei ihm finden wir wirkliche Liebe und Zuwendung. Wer die Liebe Gottes erfahren hat, der wird aus Dankbarkeit diesen Gott lieben, der wird ein starkes Bedürfnis haben, nach seinem Willen zu leben.
Wir können uns diese Kindschaft nicht verdienen, nicht durch irgendwelche Leistungen erwerben. Wir bekommen dies auch nicht, wenn wir ein „anständiges“ Leben führen. Wir erhalten dies einzig und allein durch den Glauben an Jesus Christus. Ohne Glauben bleiben wir von alledem ausgeschlossen.
Wilfried Wendler
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